Landgut Pretschen beantragt Schutzschirmverfahren

Landgut Pretschen beantragt Schutzschirmverfahren

Pretschen, 05.09.2015

Eines der größten deutschen Landwirtschaftsunternehmen nach biologischdynamischen Standards und den Kriterien des DEMETER-Verbundes beantragt Sanierung im Schutzschirmverfahren gemäß § 270b InsO.

Die Landgut Pretschen GmbH & Co. KG hat in Abstimmung mit ihren beiden größten Gläubigern am 17.07.2015 beim Amtsgericht Cottbus einen Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens gestellt. Der Antragstellung waren umfangreiche Verhandlungen mit dem Verpächter und der finanzierenden Bank vorangegangen. Die bereits ausverhandelte Umfinanzierung zur Rettung des Landgut Pretschen scheiterte schlussendlich, da die Investitionsbank des Landes Brandenburg und die Landwirtschaftliche Rentenbank nicht auf ihre Vorfälligkeitsentschädigungen in Höhe von ca. T€ 140 verzichten wollten.

Zentrale Ursache der Krise war die nach dem Neubau des ca. 2 ha großen Bio-Gewächshauses zunächst weit hinter den Erwartungen zurückbleibende Entwicklung des Umsatzes mit unter Glas gewonnenem Gemüse. Das Gewächshaus wurde 2010 errichtetet und ist das größte Bio-Gewächshaus in Ostdeutschland. Zwischenzeitlich haben sich das Pflanzenwachstum und die Pflanzengesundheit in einer Weise verbessert, die für das Wirtschaftsjahr 2015/16 erstmals eine der Ursprungsplanung entsprechende Gemüseerzeugung erwarten lassen.

Mit Beschluss des Amtsgerichtes Cottbus vom 20.07.2015 wurde die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet und Herr Rüdiger Weiß von der Kanzlei WallnerWeiß Insolvenzverwalter zum vorläufigen Sachwalter bestellt. In der Sitzung des vorläufigen Gläubigerausschusses am 04.09.2015 wurde Herr Weiß einstimmig mit der Erstellung eines Insolvenzplans beauftragt. Herr Weiß ist ausgewiesener Insolvenzplanspezialist und verfügt darüber hinaus über Erfahrungen in der Eigenverwaltung. Damit stehen der Landgut Pretschen GmbH & Co. KG sämtliche Sanierungsmöglichkeiten offen.

Die Geschäftsleitung und der vorläufige Sachwalter gehen aufgrund der frühzeitigen Antragstellung sowie der guten Vorarbeit davon aus, dass das operative Geschäft störungsfrei weitergeführt werden kann und die Arbeitsplätze der derzeit 49 Beschäftigten erhalten bleiben. Zur endgültigen Sanierung des Landgut Pretschen bereiten die Beteiligten derzeit die Einreichung eines Insolvenzplans beim Amtsgericht Cottbus vor.